Kaufladen Klüngel

Gemeinschaft statt Kundschaft

Was ist der Unterschied zwischen einer Gemeinschaft und einer Menschenmenge (crowd)?

Wir mussten es lernen. 683 Menschen haben 47.810 € gegeben, um unseren Traum vom Unverpacktladen Wirklichkeit werden zu lassen. 683 haben die Idee von einem Unverpacktladen in Speyer unterstützt. Wir dachten, diese 683 Menschen werden anschließend unsere Kundschaft im Kaufladen. Wir wurden eines Besseren belehrt – nur ein Bruchteil unserer Unterstützer*innen kauft regelmäßig bei uns ein.

Die Idee finden alle gut, aber zu wenige kaufen bei uns ein. Mit unserer Idee vom Kaufladen Klüngel wollen wir die, die wir verloren haben, wieder für unsere Idee gewinnen. Für unsere Idee einer anderen Wirtschaft.

Die Herausforderungen

Der Kaufladen steht für einen bewussten Ressourceneinsatz und nachhaltiges Wirtschaften. Als Unternehmerinnen bewegen wir uns in finanziellen und marktwirtschaftlichen Strukturen, die unsere Handlungsspielräume begrenzen.

Die Umsätze der letzten zweieinhalb Jahre reichen nicht aus, um unsere Bedürfnisse langfristig zu decken. Die Marktlogik würde uns dazu verleiten, Artikel zu verkaufen, die größere Gewinne versprechen, mit unserer Vision aber nicht in Einklang zu bringen sind. Das ist für uns keine Option: Für mehr Wirksamkeit und Sicherheit gehen wir deshalb einen anderen Weg. Lernt mit uns ressourcenschonend einzukaufen und dabei eine neue Art des Wirtschaftens.

Rein ins gemeinschaftsbasierte Wirtschaften

Der Kaufladen bietet unverpackte Lebens- und Reinigungsmittel, Drogerie- und Haushaltswaren. Wir organisieren Workshops, nachhaltige Veranstaltungen und machen Bildungsarbeit. Der Kaufladen sollte vor fast 3 Jahren unser Beitrag zur Veränderung sein, die es so dringend braucht. Wir wollten unsere Stadt, unser Einkaufsverhalten und die Art des Wirtschaftens ändern. Die Verantwortung für die Betriebskosten tragen wir bisher allein. Wir wollen diese Verantwortung mit euch teilen und ab Herbst 2022 gemeinschaftsbasiert wirtschaften.

Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften bedeutet, dass wir die Betriebskosten für den Kaufladen als Gemeinschaft tragen. Du übernimmst einen kleinen Anteil davon und ermöglichst, dass wir den vielleicht coolsten Unverpacktladen überhaupt betreiben können. Unser Laden wird dadurch unabhängiger von marktwirtschaftlichen Strukturen und konjunkturellen Schwankungen. Wir können freier Handeln – für uns als Unternehmerinnen heißt das vor allem, dass unsere sozialen und finanziellen Bedürfnisse gesichert sind.

Der Kaufladen wird künftig (teilweise) von seinen Mitgliedern getragen. Den von uns ermittelten Bedarf teilen wir in Anteile. Die Mitglieder erhalten ihr Guthaben in Form von Gutscheinen, die sie im Kaufladen einlösen, um ihre Bedarfe zu decken. Diese Anteile werden in einer Finanzierungsrunde sozial gerecht vergeben. Das heißt: Für die Gutscheine zahlen nicht alle den gleichen Preis – Menschen mit größerem finanziellen Spielraum leisten ihren fairen Anteil. Wer einen regelmäßigen Anreiz zum Einkauf bei uns braucht, bekommt ihn.

Der Laden bleibt natürlich trotzdem für alle geöffnet. Die Umsätze der Nicht-Mitglieder geben uns Spielraum für Investitionen, unsere Altersvorsorge anzugehen und die Freiheit, nicht sofort unsere gesamten Kosten über die Gemeinschaft zu tragen.

Timo Wans vom Myzelium hat beim inSPEYERed-Forum am 4. Oktober über die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens gesprochen und welche Herausforderungen wir damit angehen können.

Klüngeln!

Aus Kund*innen werden Mitglieder: Unsere Stammkundschaft übernimmt Verantwortung für den Kaufladen. Vielen ist nicht bewusst, wie wichtig jeder Einkauf für uns ist. Aktuell bleibt Verantwortung diffus. In einem gemeinschaftsbasierten Modell machen wir sie transparent und explizit. Euer Einkauf bei uns ist nicht mehr nur ein Einkauf – sondern euer Anteil am Erfolg des Kaufladens und Teil eurer Verantwortung für die Transformation, die unsere Welt braucht. Das klingt groß, die Lösung für jedes große Problem besteht aber aus sehr vielen Puzzleteilen.

Der Kaufladen wird stärker zum Vernetzungsort. Gemeinschaft nehmen wir wörtlich und träumen von ein Stammtisch und regelmäßigen Terminen mit Lieferant*innen und Zeit für Austausch.

Zusammen ist man weniger allein: Vorteile

Feste Einnahmen ermöglichen uns einen stabilen Einkauf, sichern Tiefs ab und geben uns Spielräume bei der Sortimentsplanung. Zum gemeinschaftsbasierten Wirtschaften gehört Transparenz – wir machen unsere Betriebskosten sind transparent für unsere Mitglieder. Dazu gehören Miete, Nebenkosten, Löhne, Beratungskosten und auch Investitionen. Im Lebensmitteleinzelhandel finanzieren wir damit auch unseren Wareneinkauf vor.

Die Gemeinschaft ermöglicht mehr Menschen einen sozial und ökologisch nachhaltigen Konsum. Wir lösen uns damit von einer zentralen Idee im Lebensmitteleinzelhandel: Profite zu maximieren. Verstecken unsere Kolleg*innen die profitablen Produkte in kleinen Tütchen zwischen all den anderen Produkten, steht bei uns eine nachhaltige Ernährung als zentrales und universelles Bedürfnis im Vordergrund. Wir möchten den Lebensmitteleinzelhandel verändern und transparent gestalten.

Wie geht es weiter?

Wir sind gestartet mit dem inSPEYERed-Forum am 4. Oktober MEDIA:TOR – hier gibts die Aufzeichnung des Abends .

ab Minute 40 erzählen wir vom Klüngel

Voraussichtlich geht es mit dem ersten Klüngel Stammtisch am 17. Oktober weiter. Trag dich in unseren Klüngel-Newsletter ein und bleibe informiert!

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